{"id":203,"date":"2016-11-27T16:47:42","date_gmt":"2016-11-27T15:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hemiparesis-therapy.com\/?p=203"},"modified":"2024-06-19T11:07:09","modified_gmt":"2024-06-19T09:07:09","slug":"09-11-2016-the-mother-daughter-company","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hemiparesis-therapy.com\/index.php\/2016\/11\/27\/09-11-2016-the-mother-daughter-company\/","title":{"rendered":"09.11.2016 The mother-daughter company"},"content":{"rendered":"<div id=\"c7963\" class=\"element-no-1 type-bw_articleheader_pi1\">\n<header>www.medizintechnologie.de<br \/>\nvon Ulrich Kraft<\/p>\n<h2><\/h2>\n<\/header>\n<figure class=\"full\"><img loading=\"lazy\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_mutter_tochter_gutmann3_232c7cd481.jpg\" alt=\"Eine junge Frau mit langen blonden Haaren l\u00e4chelt breit \u00fcber das ganze Gesicht, ihre Wangen gl\u00e4nzen. Rechts neben ihr steht eine \u00e4ltere Frau mit br\u00fcnettem Bob und hat ihr das Gesicht zugewandt. Im Hintergrund prangt ein farbenfrohes Gem\u00e4lde.\" width=\"628\" height=\"353\" data-copyright=\"Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke\" data-description=\"Ein gutes Gespann: Dindia (li.) und Anna Gutmann sind Mutter und Tochter und haben zusammen ein Unternehmen gegr\u00fcndet. \" \/><figcaption>Ein gutes Gespann: Dindia (li.) und Anna Gutmann sind Mutter und Tochter und haben zusammen ein Unternehmen gegr\u00fcndet.<cite>Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke<\/cite><\/figcaption><\/figure>\n<p><time datetime=\"2016-11-09\">Ver\u00f6ffentlicht am09.11.2016<\/time><\/p>\n<div class=\"intro\">\n<p class=\"bodytext\">Ohne technische Vorkenntnisse baut K\u00fcnstlerin Anna Gutmann ein Ger\u00e4t, das ihre halbseitig gel\u00e4hmte Tochter Dindia vor einem Leben im Rollstuhl bewahrt. Damit auch andere Betroffene von der Technologie profitieren, gr\u00fcndeten sie gemeinsam das Start-up ReMoD. Eine jetzt gestartete Crowdfunding-Kampagne soll die Entwicklung des Remember Motion Device zum marktf\u00e4higen Medizinprodukt weiter vorantreiben. <span class=\"author\">von Ulrich Kraft<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7964\" class=\"element-no-2 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Schwungvoll \u00f6ffnet Dindia Gutmann die T\u00fcr der Altbauwohnung in Berlin Wedding. Mittelblonde Haare, kurzes Wollkleid, offenes, freundliches L\u00e4cheln, fester H\u00e4ndedruck. Auf dem ersten Blick eine ganz normale junge Frau. Beim Weg in die K\u00fcche f\u00e4llt es aber doch ein wenig auf. Die 26-J\u00e4hrige knickt leicht ein, wenn sie ihr linkes Bein bewegt. Ein kleines Humpeln, wom\u00f6glich wegen H\u00fcftproblemen, k\u00f6nnte man denken. Tats\u00e4chlich ist Dindia Gutmann auf Grund eines Schlaganfalls von Geburt an halbseitig gel\u00e4hmt. Doch statt ein Leben lang im Rollstuhl zu sitzen, wie \u00c4rzte ihr schon vor Jahren prophezeiten, unternimmt sie leidenschaftlich gern lange Wanderungen, reist allein um die Welt und trifft sich mit Freunden zum Tanzen in der Disco.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7965\" class=\"element-no-3 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right\">\n<div class=\"csc-textpic-imagerow csc-textpic-imagerow-last\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-lastcol\">\n<figure class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last right\"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_dindia_wandert_e5bd82c594.jpg\" rel=\"lightbox[7965]\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_dindia_wandert_5b77eae05d.jpg\" alt=\"Eine Frau l\u00e4uft an einem steinigen Strand entlang. Das Wasser der See ist glatt wie ein Spiegel. Dar\u00fcber spannt sich ein blauer Himmel.\" width=\"304\" height=\"185\" data-copyright=\"Quelle: ReMoD\" data-description=\"Als Kind konnte Dindia Gutmann kaum mehr als 200 Meter zu Fu\u00df zur\u00fccklegen. Heute unternimmt sie ausgedehnte Wanderungen.\" \/><\/a><figcaption class=\"csc-textpic-caption\">Als Kind konnte Dindia Gutmann kaum mehr als 200 Meter zu Fu\u00df zur\u00fccklegen. Heute unternimmt sie ausgedehnte Wanderungen.<cite>Quelle: ReMoD<\/cite><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Dabei hilft ihr eine Art Weste, die sie um die Schultern tr\u00e4gt. In deren Inneren befinden sich Lage- und Bewegungssensoren, die mit zwei im Bereich des Schl\u00fcsselbeins auf die Haut geklebten Elektroden verbunden sind. \u201eHemiparesepatienten k\u00f6nnen die eine K\u00f6rperh\u00e4lfte nicht richtig wahrnehmen und kontrollieren. Aus diesem Grund halten sie sich sehr h\u00e4ufig schief\u201c, erkl\u00e4rt Dindia Gutmann. \u201eDas Ger\u00e4t gibt mir dann einen elektrischen Impuls, der mich dazu veranlasst, mich aufzurichten.\u201c Remember Motion Device oder kurz ReMoD hei\u00dft das innovative System. Dindias Mutter Anna Gutmann hat es entwickelt.<\/p>\n<h4>Aufgeben ist keine Option<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">2013 gr\u00fcndeten Mutter und Tochter gemeinsam gemeinsam ein Start-up, mit dem Ziel, ReMoD als Medizinprodukt auf den Markt zu bringen. Ein langer steiniger Weg, der \u201eextrem viel Arbeit und Durchhalteverm\u00f6gen\u201c erfordert, wie Anna Gutmann heute sagt. Oft besch\u00e4ftigt sie sich von morgens bis in die Nacht mit dem Projekt. F\u00fcr ihren eigentlichen Beruf \u2013 die Malerei \u2013 bleibt der K\u00fcnstlerin kaum Zeit. Die Flinte einfach ins Korn zu werfen, kommt f\u00fcr die schmale Frau mit dem entschlossenen Gesicht aber trotzdem nicht in Frage. \u201eWir wissen, dass unser Ger\u00e4t auch vielen anderen Menschen helfen k\u00f6nnte \u2013 und das h\u00e4lt uns dabei\u201c, betont Anna Gutmann. Daf\u00fcr sprechen die Zahlen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Demnach erleiden pro Jahr fast 270.000 Bundesb\u00fcrger einen Schlaganfall, darunter etwa 300 Kinder und Jugendliche. Etwa jeder zweite \u00dcberlebende tr\u00e4gt dabei L\u00e4hmungserscheinungen davon, die zumeist nur eine K\u00f6rperh\u00e4lfte betreffen \u2013 so wie bei Dindia Gutmann.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein gewisses Grundverst\u00e4ndnis f\u00fcr die menschliche Physiologie brachte ihre erfinderische Mutter aus dem Biologiestudium mit. Niemals aufzustecken lernte Anna Gutmann, die im Ruhrpott aufgewachsen ist, bereits von Kindesbeinen ein. \u201eMein Vater war Entwickler beim Stahlkonzern Hoesch\u201c, erz\u00e4hlt die 67-J\u00e4hrige. \u201eDaher wei\u00df ich, dass man Probleme anpacken muss.\u201c Die Probleme ihrer Tochter fielen im Alter von drei Monaten erstmals auf. Bei der routinem\u00e4\u00dfigen kindlichen Vorsorgeuntersuchung bemerkte der Arzt, dass die linke Seite nicht auf Ber\u00fchrungen und Schmerzreize reagierte. Als die Kleine zu laufen begann, wurde es dann zur schrecklichen Gewissheit: Dindia hat eine halbseitige L\u00e4hmung, im Fachjargon Hemiparese genannt \u2013 verursacht durch einen Schlaganfall, den sie drei Monate vor der Geburt im Bauch der Mutter erlitt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7966\" class=\"element-no-4 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-left\">\n<div class=\"csc-textpic-imagerow csc-textpic-imagerow-last\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-lastcol\">\n<figure class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last \"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_mutter_tochter_gutmann2_d5ebd6b521.jpg\" rel=\"lightbox[7966]\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_mutter_tochter_gutmann2_1ee433d5c9.jpg\" alt=\"Im Vordergrund eine junge Frau in buntem Kleid, schr\u00e4g hinter ihr steht eine \u00e4ltere Frau und betrachtet sie.\" width=\"304\" height=\"306\" data-copyright=\"Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke\" data-description=\"Mutter und Tochter gaben nicht auf. Mittlerweile ist der Gehunterst\u00fctzungsapparat als Medizinprodukt zertifiziert.\" \/><\/a><figcaption class=\"csc-textpic-caption\">Mutter und Tochter gaben nicht auf. Mittlerweile ist der Gehunterst\u00fctzungsapparat als Medizinprodukt zertifiziert.<cite>Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke<\/cite><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<h4>Mutter wacht, Tochter macht<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Dass ihr Kind gel\u00e4hmt bleiben wird, machten die \u00c4rzte Anna Gutmann unmissverst\u00e4ndlich klar. Deshalb zielte die Therapie darauf ab, die Folgeerscheinungen abzumildern. Durch die Hemiparese entwickeln sich die Muskeln zur\u00fcck, es kommt zu Fehlhaltungen, Verschlei\u00dferscheinungen an den Gelenken, Schmerzen und spastischen Kr\u00e4mpfen. Doch trotz intensiver Behandlung fiel Dindia das Gehen immer schwerer, jeder Schritt tat weh, sie hatte Schwindelanf\u00e4lle, st\u00fcrzte h\u00e4ufig. Mit elf Jahren konnte sie nur noch maximal 200 Meter zu Fu\u00df zur\u00fccklegen. Dass sie von anderen Kindern wegen ihrer Behinderung geh\u00e4nselt und ausgeschlossen wurde, setzte ihr auch psychisch mehr und mehr zu. \u201eDie \u00c4rzte sagten, dass Dindia austherapiert ist und es keine Hoffnung auf Besserungen gibt\u201c, erinnert sich Anna Gutmann. \u201eDoch meine Tochter wollte das nicht akzeptieren, und deswegen konnte ich es auch nicht hinnehmen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Um den Kopf frei zu bekommen, zogen die Gutmanns quasi \u00fcber Nacht von ihrem damaligen Wohnort Wien nach Berlin. Dort entwickelte Anna Gutmann ein Trainingsprogramm, das Dindia trotz der L\u00e4hmung das Gehen erm\u00f6glichen sollte. Sie bringt ihrer Tochter bei, wie sie den linken Fu\u00df leicht anheben und das rechte Bein belasten soll, damit das gel\u00e4hmte linke nachschwingen kann. Entscheidend ist dabei, dass Dindia sich aufrichtet und eine gerade Haltung einnimmt. \u201eDaf\u00fcr musste ich erst lernen, wie es sich \u00fcberhaupt anf\u00fchlt, gerade zu stehen\u201c, erz\u00e4hlt sie. Mit viel \u00dcbung gelang es ihr schlie\u00dflich, aufrecht zu laufen, \u2013 allerdings nur, wenn Mutter Gutmann die Bewegungen kontrollierte. \u201eMama stand nebendran und hat mir immer wieder gesagt, was ich tun soll\u201c, berichtet Dindia.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7978\" class=\"element-no-5 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right\">\n<div class=\"csc-textpic-imagerow csc-textpic-imagerow-last\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-lastcol\">\n<figure class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last right\"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_anna_gutmann_4005041b5c.jpg\" rel=\"lightbox[7978]\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_anna_gutmann_164e4fad60.jpg\" alt=\"Eine \u00e4ltere Frau h\u00e4lt vor ihrem Gesicht eine Art schwarzes Halfter hoch.\" width=\"304\" height=\"215\" data-copyright=\"Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke\" data-description=\"Die K\u00fcnstlerin als Produktentwicklerin: Anna Gutmann hatte eine Idee, lie\u00df sich im Baumarkt beraten und baute dann ein elektronisches \u00dcberwachungsger\u00e4t f\u00fcr ihre Tochter.\" \/><\/a><figcaption class=\"csc-textpic-caption\">Die K\u00fcnstlerin als Produktentwicklerin: Anna Gutmann hatte eine Idee, lie\u00df sich im Baumarkt beraten und baute dann ein elektronisches \u00dcberwachungsger\u00e4t f\u00fcr ihre Tochter.<cite>Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke<\/cite><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<h4>Quecksilberschalter als L\u00f6sung<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">\u201eEine dauerhafte L\u00f6sung war das aber selbstverst\u00e4ndlich nicht\u201c, sagt Anna Gutmann. \u201eDeshalb entstand die Idee, ein Ger\u00e4t zu bauen, das mich als Aufpasser ersetzt.\u201c Da sie keinerlei technische Vorkenntnisse besitzt, ging Gutmann fast t\u00e4glich in den Elektronik-Fachmarkt um die Ecke, lie\u00df sich beraten und kaufte alles, was ihr irgendwie geeignet erschien. Darunter war auch ein Quecksilberschalter, der auf Neigung reagiert. An den l\u00f6tete Gutmann eine Stromquelle, klebte das Konstrukt mit Paketband an die Kleidung der Tochter und verband es mit einer Taschenlampe. Immer wenn Dindia sich schief hielt, fing die Lampe an zu leuchten. \u201eAnfangs fand ich das st\u00e4ndige Geblinke so peinlich, dass wir im Dunkeln in den Wald fahren mussten, um dort heimlich zu \u00fcben\u201c, erinnert sich die junge Frau und lacht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Doch die abenteuerliche Apparatur funktionierte. Mit ihrer Hilfe konnte Dindia bereits nach wenigen Tagen fl\u00fcssig und rund gehen. Als sie merkte, dass die Welt dabei nicht mehr wie gewohnt wackelt, erwachten ihr Wille und Ehrgeiz vollends. \u201eEs gab N\u00e4chte\u201c, erz\u00e4hlt Mutter Anna, \u201eda stand sie vor meinem Bett und sagte: Komm, lass uns trainieren!\u201c. Da Dindia schnell Fortschritte machte, war der Quecksilberschalter irgendwann nicht mehr empfindlich genug. Um ihre Erfindung zu verfeinern, fehlte Anna Gutmann allerdings das n\u00f6tige Know-how. 2008 las sie dann auf einem Plakat zur Langen Nacht der Wissenschaften das Wort Medizintechnik \u2013 \u201ebis dahin wusste ich nicht einmal, dass es so etwas gibt\u201c. Sie recherchierte und sa\u00df kurz darauf im B\u00fcro von Wolfram Ro\u00dfdeutscher an der Technischen Universit\u00e4t Berlin. Der Medizintechniker, der an elektronischen Hilfsmitteln f\u00fcr Behinderte forscht, ist von Anna Gutmanns Idee sofort begeistert und bietet seine Hilfe bei der Weiterentwicklung an. \u201eDa habe ich das erste Mal Unterst\u00fctzung von Experten bekommen\u201c, sagt Gutmann.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7967\" class=\"element-no-6 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-left\">\n<div class=\"csc-textpic-imagerow csc-textpic-imagerow-last\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-lastcol\">\n<figure class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last \"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_taschenlampe_computer_34d475ca97.jpg\" rel=\"lightbox[7967]\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_taschenlampe_computer_a47c43465f.jpg\" alt=\"Eine Taschenlampe liegt neben einem Ger\u00e4t, das aussieht wie ein kleiner Voice Recorder. Neben der Taschenlampe kn\u00fcllt such ein Kabel und braunes Paketklebeband.\" width=\"304\" height=\"205\" data-copyright=\"Quelle: ReMoD\" data-description=\"Der erste und der aktuelle Prototyp des Remember Motion Device: eine Taschenlampe und ein kleiner Computer. Zwischendurch gab es auch einmal ein Modell, das in einer pinkfarbenen Brotb\u00fcchse steckte.\" \/><\/a><figcaption class=\"csc-textpic-caption\">Der erste und der aktuelle Prototyp des Remember Motion Device: eine Taschenlampe und ein kleiner Computer. Zwischendurch gab es auch einmal ein Modell, das in einer pinkfarbenen Brotb\u00fcchse steckte.<cite>Quelle: ReMoD<\/cite><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<h4>Von der Taschenlampe zum Minicomputer<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Wie viele Prototypen seitdem entstanden sind, hat sie schon gar nicht mehr genau im Kopf. Die neueste Variante des Remember Motion Device tr\u00e4gt Tochter Dindia gerade. Mit einer Art Weste im Schulterbereich angebrachte 3D-Beschleunigungs- und Lagesensoren detektieren die Position der Schultern. Weicht sie von der Horizontalen ab, gibt der Steuerungscomputer \u00fcber links und rechts am Schl\u00fcsselbein aufgeklebte Elektroden kleine Stromschl\u00e4ge ab. Die elektrischen Reize machen das, was fr\u00fcher ihre Mutter machen musste: Sie geben Dindia den \u201eBefehl\u201c, ihren Oberk\u00f6rper aufzurichten und die abgesunkene Schulter anzuheben. \u201eSchon nach kurzer Zeit nehme ich die Impulse nicht mehr bewusst wahr, und trotzdem halte ich mich richtig\u201c, sagt sie. \u201eDas geht fast automatisch.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wie Tests zeigen, kann das Ger\u00e4t nicht nur halbseitig Gel\u00e4hmten helfen, sondern auch Patienten mit verformter Wirbels\u00e4ule (Skoliose) und Haltungssch\u00e4den. 2013 wurde das Patent f\u00fcr ReMoD erteilt. Im Sp\u00e4tsommer des gleichen Jahres erhielten die Entwickler an der TU und die Gutmanns vom Europ\u00e4ischen Sozialfonds ein Stipendium zum Bau eines Prototypen. 2014 folgte das EXIST-Gr\u00fcnderstipendium des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie, mit dem die Gr\u00fcnderinnen die Weiterentwicklung zu einem marktreifen Prototyp finanzierten. Zu diesem F\u00f6rderprogramm geh\u00f6rten auch Schulungen \u00fcber Gesch\u00e4ftsaufbau und Unternehmensf\u00fchrung, die Anna Gutmann r\u00fcckblickend noch wertvoller findet als die Geldmittel. Am wichtigsten sei aber die ideelle Unterst\u00fctzung, betont sie. \u201eWir sind jetzt in ein gro\u00dfartiges Netzwerk von Leuten eingebunden, die uns sehr helfen \u2013 gerade auch in schwierige Zeiten.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7968\" class=\"element-no-7 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right\">\n<div class=\"csc-textpic-imagerow csc-textpic-imagerow-last\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-lastcol\">\n<figure class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last right\"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_remod_detail_f836c1491b.jpg\" rel=\"lightbox[7968]\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_remod_detail_7622048294.jpg\" alt=\"Eine Hand h\u00e4lt ein kleines Ger\u00e4t, das an einen Rekorder oder ein Tastenhandy erinnert.\" width=\"304\" height=\"203\" data-copyright=\"Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke\" data-description=\"Der ReMod sendet kleine Stromst\u00f6\u00dfe aus, die seine Tr\u00e4gerin daran erinnern, sich gerade aufzurichten.\" \/><\/a><figcaption class=\"csc-textpic-caption\">Der ReMod sendet kleine Stromst\u00f6\u00dfe aus, die seine Tr\u00e4gerin daran erinnern, sich gerade aufzurichten.<cite>Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke<\/cite><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<h4>Steiniger Weg zum Medizinprodukt<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Die stehen dem ReMoD-Team jetzt wieder ins Haus. Sie wollen ihr innovatives Ger\u00e4t als Medizinprodukt auf den Markt bringen. \u201eH\u00e4tten wir gewusst, was das alles mit sich bringt, h\u00e4tten wir es wom\u00f6glich gelassen\u201c, sagt Anna Gutmann. \u201eDie H\u00fcrden f\u00fcr die Zulassung sind unfassbar hoch.\u201c Einige haben die Frauen bereits genommen. So liegt die CE-Kennung vor, an der Cornelius Praxisgruppe in Solingen wird ReMod inzwischen in einer klinischen Studie erprobt, und auch einen potenziellen Hersteller haben Mutter und Tochter schon gefunden. Beim Bew\u00e4ltigen der komplizierten Regularien w\u00fcrden sich beide mehr Unterst\u00fctzung w\u00fcnschen. \u201eWir haben schon manchmal das Gef\u00fchl, wenn ein Berg \u00fcberwunden ist, kommen zwei neue dazu\u201c, sagt Dindia.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7969\" class=\"element-no-8 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Der Weg zum zugelassenen Medizinprodukt kostet nicht nur Nerven und Zeit, sondern auch Geld. Anfragen von Investoren gibt es immer wieder, doch die verfolgten bislang alle eine Exit-Strategie. \u201eDas wollen wir nicht\u201c, stellt Anna Gutmann mit energischer Stimme klar. \u201eWir suchen Leute, die an einem langfristigen Engagement interessiert sind.\u201c Vorerst haben sie sich entschieden, die F\u00e4den selbst in der Hand zu behalten und deshalb eine Crowdfunding-Aktion initiiert. Mindestens 20.000 Euro soll die Kampagne einspielen. Ein Teil davon wird in Modifikationen an Steuerungsger\u00e4t und Software flie\u00dfen. Au\u00dferdem sollen die Haltbarkeit verbessert und die Defektanf\u00e4lligkeit verringert werden. Vor allem die Kabelverbindungen sorgen immer wieder f\u00fcr Probleme und Ausf\u00e4lle.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c7970\" class=\"element-no-9 type-textpic\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-left\">\n<div class=\"csc-textpic-imagerow csc-textpic-imagerow-last\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-lastcol\">\n<figure class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last \"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_dindia_wueste_3f4649241b.jpg\" rel=\"lightbox[7970]\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.medizintechnologie.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_dindia_wueste_24768e908e.jpg\" alt=\"Eine junge Frau mit langen blonden haaren l\u00e4chelt \u00fcber ihre Schulter in die Kamera. Sie sitzt auf einer Anh\u00f6he. Unter ihr erstreckt sich eine sandfarbene W\u00fcstenlandschaft.\" width=\"304\" height=\"192\" data-copyright=\"Quelle: ReMoD\" data-description=\"Dindia Gutmann kann selbstst\u00e4ndig leben und reise, wohin sie m\u00f6chte. Der ReMod macht\u2019s m\u00f6glich.\" \/><\/a><figcaption class=\"csc-textpic-caption\">Dindia Gutmann kann selbstst\u00e4ndig leben und reise, wohin sie m\u00f6chte. Der ReMod macht\u2019s m\u00f6glich.<cite>Quelle: ReMoD<\/cite><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<h4>Frei und selbstst\u00e4ndig dank ReMoD<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Dindia Gutmann kommt mittlerweile auch ein paar Tage ohne die Weste klar. Tr\u00e4gt sie ReMoD l\u00e4nger nicht, verschlechtert sich ihre Bewegungsf\u00e4higkeit allerdings wieder, und sie bekommt R\u00fcckenschmerzen. \u201eEs ist ein Trainingsger\u00e4t, das nur etwas bringt, wenn man es regelm\u00e4\u00dfig benutzt\u201c, wei\u00df die Jungunternehmerin. \u201eUnd je \u00f6fter man es benutzt, desto mehr bringt es.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Was die innovative Idee der Mutter ihr gebracht hat, fasst Dindia Gutmann mit zwei Worten zusammen: Selbst\u00e4ndigkeit und Freiheit. Fr\u00fcher fuhr sie maximal eine Woche alleine weg, l\u00e4nger wollte und konnte sie auf das \u00dcbungsprogramm mit \u201eAufpasser Anna\u201c nicht verzichten. Seit Dindia ReMoD hat, verbrachte sie ein Jahr zum Studium in Lissabon, ein weiteres in Amsterdam und reiste drei Monate zu ihrem Vater nach Israel. \u201eDas Ger\u00e4t erm\u00f6glicht es mir, ein ganz normales Leben zu f\u00fchren\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auf die Frage, wann auch andere Menschen mit einer Hemiparese vom Remember Motion Device profitieren werden, hebt Anna Gutmann die Schultern. Statt in die Zukunft zu denken, handle sie lieber im jetzt \u2013 da w\u00e4re sie immer noch ganz K\u00fcnstlerin, sagt die 67-J\u00e4hrige mit ihrem charmanten L\u00e4cheln. \u201eWir gehen Schritt f\u00fcr Schritt weiter.\u201c Getreu dem Unternehmensmotto: Walking towards a better future.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>www.medizintechnologie.de von Ulrich Kraft Ein gutes Gespann: Dindia (li.) und Anna Gutmann sind Mutter und Tochter und haben zusammen ein Unternehmen gegr\u00fcndet.Quelle: VDI TZ\/Inken Sarah Mischke Ver\u00f6ffentlicht am09.11.2016 Ohne technische Vorkenntnisse baut K\u00fcnstlerin Anna Gutmann ein Ger\u00e4t, das ihre halbseitig gel\u00e4hmte Tochter Dindia vor einem Leben im Rollstuhl bewahrt. 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