{"id":48,"date":"2015-05-10T23:33:47","date_gmt":"2015-05-10T21:33:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hemiparesis-therapy.com\/?p=48"},"modified":"2017-06-09T13:55:05","modified_gmt":"2017-06-09T11:55:05","slug":"27-05-2015-with-ingenuity-against-the-paralysis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hemiparesis-therapy.com\/index.php\/2015\/05\/10\/27-05-2015-with-ingenuity-against-the-paralysis\/","title":{"rendered":"27.05.2015 With ingenuity against the paralysis"},"content":{"rendered":"<p>Berliner Zeitung, 27. Mai 2015<\/p>\n<p><span class=\"\"><em>Von\u00a0<span class=\"\"><a class=\"\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirueberuns\/volontaerin,24251884,29020328,view,authorProfile.html\" rel=\"author\">Julia Grass<\/a><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<div class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.hemiparese-therapie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/berliner-zeitung.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" size-full wp-image-233 alignleft\" src=\"https:\/\/www.hemiparese-therapie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/berliner-zeitung.jpg\" alt=\"berliner zeitung\" width=\"152\" height=\"114\" \/><\/a>\u00a0<strong>Am 13. Juni \u00f6ffnen 73 Forschungseinrichtungen in Berlin und Potsdam ihre T\u00fcren zur Langen Nacht der Wissenschaften. Tickets gibt es ab Donnerstag. Wir pr\u00e4sentieren die ersten Highlights aus dem Programm.<\/strong><\/div>\n<div class=\"\"><\/div>\n<div class=\"\"><\/div>\n<div class=\"\">\n<div class=\"\">\u00a0.<\/div>\n<p>Dindia Gutmann kann spazieren gehen, zur U-Bahn rennen, oder wandern. Ein wenig knickt sie ein, wenn sie das linke Bein bewegt, es ist ein kleines Humpeln, das kaum auff\u00e4llt, vielleicht so, als h\u00e4tte sie sich den Fu\u00df verstaucht. Aber niemand sieht der 24-j\u00e4hrigen Studentin an, dass sie ihr linkes Bein kaum sp\u00fcrt, es eigentlich nicht bewegen kann. Niemand sieht, dass Dindia Gutmann an Hemiparese leidet, einer halbseitigen L\u00e4hmung, f\u00fcr die es bislang keine Heilung gibt.<\/p>\n<p>Hemiparese tritt h\u00e4ufig in Folge eines Schlaganfalls auf, jeder zweite Schlaganfallpatient hat damit zu k\u00e4mpfen, die meisten sind fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf den Rollstuhl angewiesen. Dass Dindia heute wieder laufen kann, verdankt sie ihrer Mutter und deren Begegnung mit einem Forscherteam der Technischen Universit\u00e4t (TU) Berlin bei der Langen Nacht der Wissenschaften im Jahr 2008. Denn Anna Gutmann hat ein Ger\u00e4t erfunden, das Dindia das selbstst\u00e4ndige Laufen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Dindia Gutmann erlitt im sechsten Schwangerschaftsmonat im Bauch ihrer Mutter einen Schlaganfall und ist seit ihrer Geburt halbseitig gel\u00e4hmt. Bei der Hemiparese ist die Kommunikation des Gehirns mit den Gliedma\u00dfen einer K\u00f6rperh\u00e4lfte zerst\u00f6rt. Betroffene k\u00f6nnen ihre Bewegungen und Haltung nicht kontrollieren. Durch Fehlhaltung entstehen Sch\u00e4den an Gelenken und Wirbeln. Mit elf Jahren konnte Dindia Gutmann kaum mehr gehen, ohne sich vor Schmerzen zu kr\u00fcmmen. Andere Kinder schlossen sie aus, \u00c4rzte prognostizierten eine Zukunft im Rollstuhl.<\/p>\n<div id=\"Gallery_30803156\" class=\"\">\n<div class=\"\">Doch statt zu resignieren, entwickelte ihre Mutter Anna ein Trainingsprogramm, das ihrer Tochter trotz L\u00e4hmung das Gehen erm\u00f6glichen sollte. \u201eMeine Tochter wollte ihr Schicksal nicht akzeptieren und deswegen konnte auch ich es nicht akzeptieren\u201c sagt die 64-J\u00e4hrige heute. Sie brachte ihrer Tochter bei, die Bewegungen in ihrer linken K\u00f6rperh\u00e4lfte, vor allem dem Bein, \u00fcber die rechte Seite zu steuern. \u201eSie hat gelernt, wie sie den linken Fu\u00df leicht heben kann und wie sie das rechte Bein belasten muss, damit das linke nachschwingen kann\u201c sagt Anna Gutmann. Wichtig dabei ist, dass Dindia Gutmann eine gerade Haltung einnimmt. \u201eDaf\u00fcr musste ich lernen, wie es sich \u00fcberhaupt anf\u00fchlt, gerade zu stehen\u201c, sagt sie.<\/div>\n<\/div>\n<p>Mit viel \u00dcbung konnte Dindia schlie\u00dflich aufrecht gehen \u2013 jedoch nur, wenn ihre Mutter jede Bewegung kontrollierte. \u201eDas konnte selbstverst\u00e4ndlich keine Dauerl\u00f6sung sein\u201c, sagt Anna Gutmann heute, \u201eich musste ein Ger\u00e4t finden, das mich als Aufpasser ersetzt.\u201c Weil es ein solches Ger\u00e4t bislang nicht gab, erfand Anna Gutmann kurzerhand selbst eines. Ohne technische Vorkenntnisse und mit Zubeh\u00f6r aus dem Baumarkt fing sie an zu basteln. Hilfe bekam sie zun\u00e4chst von keiner Seite. Die Mitarbeiter im Baumarkt wollten sie nicht bedienen, \u00c4rzte warfen ihr vor, dem Kind Hoffnungen auf etwas zu machen, das niemals funktionieren k\u00f6nnte. Doch dann wurde Anna Gutmann bei einer Langen Nacht der Wissenschaften auf Wolfram Ro\u00dfdeutscher vom Fachbereich Medizintechnik der TU aufmerksam. Er war bereit, ihr zu helfen.<\/p>\n<p><strong>Anna und Dindia Gutmann wollen Start-up gr\u00fcnden<\/strong><\/p>\n<p>So entwickelte ein Team aus Mitarbeitern und Studenten Anna Gutmanns Prototypen weiter, bis Remod entstand: ein Ger\u00e4t, das \u00fcber Sensoren an Dindias R\u00fccken messen kann, ob sie sich richtig bewegt und aufrecht steht. Sobald sie sich zur Seite neigt, gibt das Ger\u00e4t \u00fcber Elektroden an ihrem Schl\u00fcsselbein kleine Stromschl\u00e4ge ab. Diese k\u00f6nnen die Muskeln nicht aktiv bewegen, aber sie erinnern Dindia daran, welche Bewegung sie machen, welche Haltung sie einnehmen muss. \u201eMan nimmt die Impulse schon bald nicht mehr bewusst wahr, bewegt sich dann fast automatisch\u201c, sagt Dindia. Mittlerweile kommt sie auch mal ein paar Tage ohne Remod aus.<\/p>\n<p>Mit Unterst\u00fctzung der TU wollen Anna und Dindia Gutmann Remod nun auf den Markt bringen und sind dabei, ein Start-up zu gr\u00fcnden. \u201eWir sind \u00fcberzeugt davon, dass wir damit vielen Menschen helfen k\u00f6nnen\u201c, sagt Anna Gutmann. Das Ger\u00e4t eigne sich nicht nur zur Hemiparesetherapie, sondern beispielsweise auch zur Behandlung von Haltungssch\u00e4den bei Kindern, wie Skoliose.<\/p>\n<p>Das f\u00fcnfk\u00f6pfige Remod-Team wird durch das Exist-Stipendium gef\u00f6rdert und vom Gr\u00fcndungszentrum der TU auf die Gr\u00fcndung vorbereitet. \u201eWir bekommen unglaublich viel Unterst\u00fctzung, man nimmt sich immer Zeit f\u00fcr uns, wenn wir Fragen oder Probleme haben\u201c, sagt Anna Gutmann.<\/p>\n<p>Um als Medizinprodukt zugelassen zu werden, muss der Prototyp des Ger\u00e4ts Zulassungsverfahren und klinische Tests bestehen. Anna und Dindia Gutmann wollen Remod aber schon Anfang 2016 auf den Markt bringen. Sie sind zuversichtlich, haben gelernt, an sich zu glauben: \u201eIch habe meiner Mutter nicht zugetraut, dass sie es schaffen k\u00f6nnte, mir zu helfen\u201c, sagt Dindia, \u201eaber dann hat sich alles ver\u00e4ndert. Ich bin selbstst\u00e4ndig geworden und selbstbewusst. Jeder Schritt ist f\u00fcr mich eine Anstrengung, die ich machen muss, aber nun eben auch machen kann. Das ist der Unterschied.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Das Remod-Projekt\u00a0<\/em><\/strong><em>in der Langen Nacht im TU Hauptgeb\u00e4ude, Foyer links, und in der\u00a0<strong>Wissenschaftsshow<\/strong>\u00a0im Audimax, 19.40\u201320.00 Uhr.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.langenachtderwissenschaften.de\/\" target=\"_blank\"><em>Lange Nacht der Wissenschaften Berlin und Potsdam<\/em><\/a><em>, Samstag, 13. Juni 2015, 17 bis 24 Uhr.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berliner Zeitung, 27. 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